An(ge)dacht - Glauben, auch wenn man nicht sieht

Es ist Herbst. Im Geschäft liegen schon lange Weihnachtsstollen und Kalender. „Schon wieder Weihnachten !“, stöhnt eine Mutter. Ihre Tochter stutzt: „Da fehlt doch noch was. Wir haben noch keine Blätter gepresst, keine Kastanien gesammelt, keinen Drachen steigen lassen, keine Laternen für St. Martin gebastelt und der Nikolaus kommt doch auch noch ! Fällt das denn alles dieses Jahr aus ?“ Die Mutter überlegt: „Du hast Recht: Da sind so viele schöne Dinge, die wir vor Weihnachten miteinander machen.“

„Dann brauchst du ja gar keinen Schreck zu kriegen “, meint das Kind altklug. „Du weißt ja, dass Weihnachten kommt, weil die Sachen hier liegen – dann hast du jetzt ganz viel Zeit, dich darauf vorzubereiten ! “

 

Eine Jahresanfangsgeschichte

Die Frau ist müde. Weihnachten ist vorbei, ihre Gedanken gehen in der stillen Zeit „zwischen den Jahren“ ins neue Jahr. Da ist die OP, wenn sie nicht gelingt? Da sind die Eltern, die immer kränklicher werden, wenn der Vater noch einmal stürzt? Von wegen: „Frohes Neues Jahr !“ Angst und Schrecken breiten sich in ihr aus. Als das Jahr dann vorbei ist und die Frau wieder zurückblickt, staunt sie. Alles ist anders gekommen als befürchtet. Die OP ist geglückt und nach schwierigen Monaten haben sich ihre Eltern für ein Altenheim entschlossen, in dem sie glücklich sind.

Euer Herz erschrecke nicht ! Glaubt an Gott und glaubt an mich ! So heißt die Jahreslosung 2010. Angst und Schrecken sind schlechte Ratgeber, sie lähmen uns und lassen uns atemlos werden. Manchem Schreck kann man begegnen, wenn man – wie das Kind – die Dinge einmal von einer anderen Seite sieht. Dann kann das, was wir negativ sahen, plötzlich positiv werden. Trotzdem – Erschrecken und Sorgen kann man nicht einfach wegreden, das stimmt. Was hilft ? Jesus erinnert seine Freunde beim Abschied daran, dass Gott und er da sind. Gerade dann wenn „Herzen erschrecken“. Festes Vertrauen auf Gott, beten, Texte wie den 23. Psalm lesen, das macht das Herz ruhiger. Manchmal passiert es dann so wie bei der Frau und wie es ein weiser Mann einmal so gesagt hat: „Die meisten Gedanken machen sich die Menschen über Probleme, die nie eintreffen werden !“ Und wenn all das nicht hilft, dann hilft garantiert eines: sich klar zu machen, dass auch im neuen Jahr Gott beharrlich, treu und unbeirrt an unserer Seite geht. Das steht fest.

In diesem Sinne ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr wünscht Ihre


Ute Weiser