Der Zustrom an Hilfsgütern für Reling und Tafel darf nicht abreißen / Danksagung an die Bevölkerung

Wenn Ehrenamt überhaupt einen Sinn macht, dann bei Reling und Tafel, den beiden Hilfseinrichtungen für Wohnungslose und Menschen mit unzureichendem Einkommen. Hier herrscht immer Bedarf an Helfern, hier sind Woche für Woche, Tag für Tag neue Spenden gefragt. Ein Ende ist nicht abzusehen. Im Gegenteil: Der Bedarf an sozialer Leistung wächst. Wo anfangs mal 120 Menschen auf Unterstützung warteten, sind heute 700 bei der Tafel angemeldet. Die Versorgung dieses Personenkreises mit Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen ist nur durch ein wachsendes Spendenaufkommen möglich. Gottlob reißt dieser Zustrom nicht ab.      


Für Sabine Altmeyer-Baumann, Koordinatorin der Kreuznacher Tafel und Bruder Ralf Zimmer, der nach der Verabschiedung von Schwester Irmgard Schmitt den Treffpunkt Reling übernommen hat, ist es daher eine selbstverständliche Pflicht, den Menschen in Stadt und Land einmal herzlich Dank zu sagen. Er richtet sich nicht zuletzt an die Kirchengemeinden, in denen ein Spendenkorb für Reling und Tafel immer bereit steht. In der Johannes-Kirchengemeinde weist zum Beispiel ein Plakat auf diese Sammelstelle im Kirchenvorraum hin. „Haben Sie was übrig für die Reling / Kreuznacher Tafel? Dann bringen Sie es hierher“, so heißt es da. Vielleicht wissen viele Gemeindemitglieder gar nicht, dass Tafel und Reling nicht nur haltbare Lebensmittel wie H-Milch, Konserven, Mehl, Zucker, Salz, Nudeln oder Cornflakes brauchen, sondern auch Hygiene-, Toilettenund Körperpflegeartikel sowie Büromaterial. Die gefüllten Körbe bringt der Küster zum Zielort.

     
Als 2001 der Trägerverein Treffpunkt Reling gegründet wurde, musste er sich mit beengten Räumen in der Jungstraße begnügen, mittlerweile ist er in die Baumgartenstraße umgezogen, wo sich in direktem Zugang zueinander auch die seit einem Jahr bestehende Tafel befindet. Voriges Jahr konnte dank eines weit reichenden Sponsoring-Programms, an dem auch Bad Kreuznacher Firmen und Privatleute beteiligt waren, ein Kühlfahrzeug angeschafft werden, in dem Fleisch- und Milchprodukte ohne Unterbrechung der Kühlkette zur Lebensmittelausgabe in der Baumgartenstraße gebracht werden können. „Eine großartige Hilfe“, freut sich Sabine Altmeyer-Baumann.      


Täglich wird hier ein Frühstück bereitgestellt, das Mittagessen kommt dreimal in der Woche aus der Küche von St. Marienwörth. Einmal wird in der gut ausgestatteten Küche in der Baumgartenstraße gekocht, die Empfänger zahlen dafür einen Euro. Gut gebrauchen könnten Sabine Altmeyer- Baumann und Bruder Ralf auch externe Engagements, etwa von Küchenteams aus den Kirchengemeinden, die normalerweise für Senioren kochen.  


In der Organisation des Treffpunkt Reling hat Ralf Zimmer, der der Kongregation der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz in Marienwörth angehört, Neuland betreten, bringt aber einige Praktika als Voraussetzung für seine Arbeit mit. Bestärkt für die Übernahme der Aufgabe hatten ihn Gespräche vor dem Ausscheiden von Schwester Irmgard, die sich als Leiterin der Reling im September verabschiedete. Von 1994 bis 2000 war sie Generaloberin der Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen gewesen, 2001 wurde sie in der Reling aktiv. Sie will sich auch in Zukunft sozial engagieren.      


Fred Lex