2 - Das Abendmahl - ein Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden

Wie in den vergangenen Jahren fuhren im Februar dieses Jahres die Konfirmandinnen und Konfirmanden des 1. Pfarrbezirkes zu einem Konfirmandenwochenende auf Schloß Dhaun. Zusammen mit unserer Jugendleiterin Birgit Stubenbordt bereiteten wir dort den Vorstellungsgottesdienst vor. Im Laufe der Jahre haben die Themen gewechselt. In diesem Jahr haben wir einmal gründlicher über das Thema "Abendmahl" nachgedacht, Texte und Schautafeln erarbeitet.

Das Abendmahl - das Mahl der Vergebung und des Neuanfangs - hat viele Gesichter. Es zeigt uns jeweils das Gesicht, für das wir gerade offen sind. Wir haben uns heute angewöhnt, nur noch still für uns und miteinander ins Reine zu kommen und erleben das Abendmahl - wie es auch der Elternabend bestätigte - vor allem als Gemeinschaftserlebnis. Die Jugendlichen mögen das Sichanschauen im Kreis, das Sichanfassen und Festhalten an den Händen.

Allerdings, das bleibt zu bedenken, und dazu wurde in der Predigt ausführlich das Versöhnungsritual des Sündenbocks im alten Israel bedacht, an das Jesus mit seinen Abendmahlsworten anknüpft: Nur, was wir an Belastendem, an Sünden benennen, was wir gleichsam anfassen, können wir dann auch auf Christus werfen! Nur, was wir aussprechen, auf ihn legen, kann er forttragen.

Wir können die Probe für uns machen: Wenn wir in der gleichen Situation das Gleiche nicht mehr tun müssen, ist alles weggetragen, sind wir von unserer Sünde frei, ist uns vergeben. Und auch die andere Probe können wir machen: Dort, wo wir Christus als Entsorgung unserer Sünden, als "Sündenbock" für unsere Sünde erfahren, gibt es keine weiteren Sündenböcke mehr unter uns. Wir können aufhören, unter uns noch Sündenböcke zu suchen, Sündenböcke zu quälen. Wir können aufhören, mit unseren Mißerfolgen so umzugehen, daß wir unseresgleichen in die Wüste schicken.

Fr. Lunde