2 - Kennen Sie schon das "Kreuznacher Allerlei"?
Nein - dies ist keine preiswerte Eintopfsuppe, die die Johannesgemeinde neuerdings aus Ersparnisgründen nach Gemeindeversammlungen reicht, sondern eine florierende Veranstaltung mit in Bad Kreuznach lebenden ausländischen Mitbürgern. Wenn Sie einmal an einem zweiten Freitag im Monat gegen 19 Uhr ins Markuszentrum "hineinriechen", wird Ihnen gleich klar, was hier nach dem berühmten "Leipziger Allerlei" benannt wurde: da wird gekocht! Sie haben dann die einmalige Gelegenheit, ausländische Gastfreundschaft mitten unter uns zu erleben, denn in jedem Monat schwingen hier andere "Küchenchefs" den Kochlöffel: mal stellen Ihnen Libanesinnen die Küche ihres Landes vor, mal Vietnamesinnen - mal riecht es persisch, mal ägyptisch; auch Gerichte aus Bosnien oder Albanien konnten schon gekostet werden. Die bunt gemixte Speisekarte bietet eben ein eindrucksvolles Bild von der Vielfalt der Nationalitäten, die in Bad Kreuznach ansässig und manchmal auch schon heimisch geworden sind.
Die Idee zu dieser Art "Multi-Kulti-Begegnung" brachten die Religionslehrerin Meike Kühl und ihr Mann Immanuel Twahirwa (der schon vor geraumer Zeit aus Uganda nach Deutschland kam und von Beruf Koch ist) nach der Woche der ausländischen Mitbürger 1995 ins Spiel. Im Herbst jenen Jahres kam dann die Veranstaltung unter Mitwirkung von Siegfried Pick, Ausländerpfarrer im Kirchenkreis Nahe und Glan, ins Rollen. Seither haben viele Gäste, sogar schon ganze Schulklassen, die Gelegenheit genutzt, mit Menschen der verschiedensten Nationalität in Kontakt zu kommen und die verschiedensten Flüchtlingsschicksale kennenzulernen. Die "exotischen" Menüs sind übrigens für jeden Geldbeutel erschwinglich: der Preis wird jeweils so kalkuliert, daß die Kosten der Einkäufe gedeckt werden. Man ist hier auch mit der ganzen Familie bestens aufgehoben; es wuseln immer einige Kinder herum und sorgen für eine lebendige Atmosphäre.
Vor Sprachbarrieren braucht einem nicht bange zu sein: zunächst ist ja das Essen "in aller Munde" - und darüber kommt man dann ganz leicht ins Gespräch, manchmal auf Deutsch, manchmal auf Englisch oder Französisch, oder auch einfach mit Händen und Füßen ...
Wenn Ihnen nun beim Lesen das Wasser im Munde zusammengelaufen ist, dann sollten Sie am Freitag, dem 13. Juni 1997 gegen 18 oder 19 Uhr im Markuszentrum vorbeischauen - möglichst mit knurrendem Magen!
Ulrike Brunner