1 - Hoyerswerda – Bad Kreuznach : Eine Partnerschaft der Herzen
Von Sabine Macioszek, Dirk Stolberg und Uwe Weimert
Im Gepäck einen Gruß der Johannesgemeinde, und Erinnerungen an eine politisch schwierige, aber nicht minder wertvolle Zeit … so starteten wir am Freitag, dem 9. Oktober 2009 zum Treffen der ehemaligen Jungen Gemeinde nach Hoyerswerda.
Obwohl die Partnerschaft zu Hoyerswerda 2004 offiziell beendet wurde, bleiben die Erinnerungen an zahlreiche gemeinsam verbrachte Treffen ein unvergesslicher Bestandteil der persönlichen Geschichte vieler Gemeindemitglieder aus Ost und West. Nun reifte die Idee, 20 Jahre nach dem Mauerfall ein Wiedersehen im Martin-Luther-King- Haus in Hoyerswerda zu organisieren.
Pfarrerin Kruse-Michel empfing uns herzlich und wir feierten das Wiedersehen mit einem gemeinsamen Abend am Samstag, sowie einem Gottesdienst am Sonntag. Ca. 20 „Ehemalige“ der Jungen Gemeinde waren der Einladung gefolgt; aus Bad Kreuznach reisten wir leider nur zu dritt an, als ehemaliger Kreuznacher kam Rüdiger Krause aus Bad Liebenzell hinzu.
Der Abend war erfüllt von Geschichten über die teils abenteuerliche Organisation und Durchführungen der Treffen zu DDR-Zeiten. Offiziell waren Westkontakte imOsten nicht erwünscht, und deshalb war die Partnerschaft nicht immer unproblematisch. Man musste immer Umwege und Vorwände finden, um Kontakte herzustellen und zu pflegen, mitunter Risiken in Kauf nehmen. Aber in Erinnerung bleibt zum Glück meist das Gute ! Viele hatten alte Fotos dabei; es wurde viel erzählt und gelacht! Uwe Weimert hatte an diesem Abend noch eineAnekdote parat: Bei einer gemeinsamen Freizeit in Ungarn 1984 kursierte folgender Witz: „Wie lange wird die DDR bestehen? Antwort: Bis zum 7. Oktober 2009; dann wird sie 60 und darf rüber …“ Damals verabredeten wir – eher im Scherz – „Am darauf folgenden Wochenende treffen wir uns !“ Keiner ahnte damals, dass wir dieses Versprechen tatsächlich einhalten sollten!
Für uns alle bleiben unvergessen unsere mutigen und unermüdlichen Pfarrer August Hunze aus Bad Kreuznach und Herbert Schneider aus Hoyerswerda (leider beide inzwischen verstorben), an die auch im Gottesdienst noch einmal erinnert wurde.
Wir stellten mit Freude fest, dass auch heute noch eine herzliche Verbindung zwischen den „ehemaligen Jugendlichen“ besteht, so dass wir unsere Grüße aus der Johannesgemeinde gleich mit einer Einladung nach Bad Kreuznach (evtl. in fünf Jahren) verbunden haben.
Nach Hoyerswerda ist die Johannesgemeinde von Pfarrerin Kruse-Michel herzlich eingeladen, wenn der neue Glockenturm eingeweiht wird, für dessen Errichtung die Gemeinde Hoyerswerda zur Zeit noch fleißig Spenden sammelt.