AN(GE)DACHT - "Freue Dich"

„Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird !" So sprach einst der Engel zu den Hirten auf dem Felde – und bestimmt werden auch in diesem Jahr an Heiligabend wieder Kinder mit strahlenden Augen in ihrem Krippenspiel von dieser Freude singen und erzählen.

Advent und Weihnachten – Zeit der Freude ! Aber was, wenn uns gar nicht zum Jubeln zumute ist, sondern wir Grund haben, betrübt zu sein ? Weil uns Ärger und Ängste, Sorgen und Traurigkeit das Herz schwer machen ?

Doch, auch dann gilt uns die Aufforderung:
„Freue dich !” Gerade dann brauchen wir diesen Widerspruch gegen Furcht und Verzweiflung. Nicht weil alles schon so erfreulich wäre.

Sondern weil Gott dem Leben in unserer Welt mit all ihren Nöten den Weg bahnt. Inmitten von Leid und Not kommt Jesus zur Welt: So wie damals, als sich auf den Befehl des römischen Kaisers hin alle Menschen auf den Weg machen mussten, herausgerissen wurden aus ihrem vertrauten Alltag, der Willkür derBesatzungsmacht ausgeliefert. Ausgerechnet die Hirten, die ein Lied davon
singen konnten, wie schwer das Leben sein kann, waren damals die ersten, die davon erfuhren, dass der Retter der Welt zur Welt gekommen war: Im Dunkel der Nacht als wehrloses Kind in einem armseligen Stall.

Später würde er sein Leben in den Dienst der Elenden, Verzweifelten
und Missachteten stellen – und dafür am Kreuz sein Leben lassen. Und
dennoch ist seine Geburt Grund der Freude, weil Gott gerade ihn auferweckte,
weil gerade er aufgefahren ist in den Himmel und zur Rechten Gottes sitzt, um in Frieden und Gerechtigkeit  zu regieren, damit sein Reich komme. So wird aus dem Kind in der Krippe zuletzt auch unser Friedensfürst – Gottes konsequenter
Widerspruch gegen Furcht und Verzweiflung.

Und deshalb dürfen wir uns auch in diesem Jahr getrost zur Freude auffordern lassen und einander aus ganzem Herzen eine frohe Advents und Weihnachtszeit wünschen!