Thema: Das Atmnen der Seele - Über das Gebet
Antanzen gegen das Alter
Seniorinnen wollen auf dem Parkett in Bewegung bleiben

- Dorist Oberlinker (l.) mit ihrer Tanzgruppe im Gemeindehaus Johannes
In die Hände klatschen, Kreuzschritte, eine Drehung mit dem Partner, dann auseinander gehen, und wieder klatschen. Vielleicht ein Dutzend Mal dieselben Tanzschritte. Alle bewegen sich im Kreis. Das sieht locker aus. Kann auch nicht so schwer sein. Oder ?
Die Seniorentanzgruppe, die sich unter Leitung von Doris Oberlinger aus Bretzenheim alle vierzehn Tage montags für 1,5 Stunden in einem Übungsraum der Gemeinde versammelt, hat den Bogen schon fast raus, aber leicht ist es nicht. „Es ist eine Frage der Konzentration und Koordination“, erklärt die Leiterin. Mit zunehmendem Alter lassen gerade diese Reaktionen nach. Achtzigjährige, nahezu Neunzigjährige haben sich mit jüngeren Seniorinnen in dem Tanzkreis von Doris Oberlinger eingefunden, weil sie durch Bewegung gegen die drohenden Beschwerden regelrecht „antanzen“ wollen.
Meistens sind es sechzehn Teilnehmerinnen, die sich einfinden. Hiergeht alles genau nach der Choreographie. Folklore und Schlagermusik wird aufgelegt, man übt den Kreis und den Blocktanz zu Sechst und zu Acht. Doris Oberlinger kennt die Regeln, sie wendet sie an nach den Vorgaben des Bundesverbandes für Seniorentanz.
Zum Programm der Seniorentanzgruppe gehört aber nicht nur die frisch-fröhlich-freie Unterhaltungsmusik, sondern gelegentlich auch die fromme Variante. Der Lobgesang „laudate dominum omnes gentes“ wird gerne als Abschluss einer Übungsstunde gewählt. Auch das Vaterunser hat man schon getanzt nach einem Lied von Hanne Haller. Das getanzte Gebet ist allerdings nicht Standard in dieser Gruppe, dann schon eher der Tanz im Sitzen, also eine Übung der koordinierten Bein- und Armbewegung.
Die Teilnehmerinnen freuen sich über das regelmäßige Wiedersehen an den Übungstagen, denn auch die Geselligkeit gehört zum Konzept des Seniorentanzes. Gerne tritt man auch bei Gemeindefeiern auf, wenn man dazu aufgefordert wird.
Männer werden in diesem Kreis so gut wie gar nicht gesichtet. „Da kommt doch keiner“, meinte eine der Teilnehmerinnen enttäuscht. Schade. Beim Langsamen Walzer wäre es schon schön, wenn ein Männerarm die Führung übernehmen würde.
Fred Lex
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