Die drei Glocken für die Markuskirche

Der "Förderverein Markuszentrum der Ev. Johannes-Kirchengemeinde" konnte durch viele Spenden und Beiträge, sowie einem zinslos gewährten Darlehen, das nötige Geld zusammenbringen, um das Geläut zu finanzieren Das Geläut besteht aus drei Glocken, die am 16. August in der Eifeler Glockengießerei Mark in Brockscheid gegossen wurden.

Die Glocken haben die Schlagtöne b` - c`` - es``. Dadurch sind sie auf das Geläut der benachbarten St. Franziskus Kirche abgestimmt, haben aber zugleich eine eigene Melodik.

In der Mitte der Glocken steht jeweils ein Vers aus dem Markusevangelium, der passend zur Funktion der Glocke ausgewählt ist. Die Inschriften sind gleichsam mitzuhören, wenn die Glocke klingt. Wir hören nicht nur den Glockenklang, sondern auch die frohe Botschaft.

Die kleine Glocke hat den Schlagton es'' und wiegt ca. 170 kg, bei einem Durchmesser von ca. 65 Zentimetern. Sie wird ganz oben sichtbar im Turm hängen und ist die "Gebetsglocke", die z.B. beim Vater-Unser läutet. Sie trägt den Vers:

WACHET
UND
BETET
MK 14,38

Die mittlere Glocke hat den Schlagton c`` und wiegt ca. 280 kg, bei einem Durchmesser von ca. 77 Zentimetern. Sie hängt unter der kleinen Glocke, wird aber nicht mehr sichtbar sein und ist sozusagen die allgemeine Glocke oder auch die Tageszeitenglocke, die Mittags und Abends läutet. Sie ist beschrieben mit:

WER BEHARRT
BIS ANS ENDE;
DER WIRD SELIG
MK 13,13

Die große Glocke hat den Schlagton b` und wiegt ca. 390 kg, bei einem Durchmesser von ca. 86 Zentimetern. Sie hängt im Turm an unterster Stelle. Sie ist als Sonntags- und Feststagglocke definiert, insbesondere läutet sie aber auch als Glocke bei Beerdigungen. Sie trägt die Botschaft:

JESUS IST
AUFERSTANDEN
MK 16,6

Zudem ist auf jeder Glocke auf dem oberen Umlaufrand

MARKUSKIRCHE

und am unteren Umlaufrand

EV. JOHANNES KIRCHENGEMEINDE BAD KREUZNACH 2003

zu lesen

Auf der "Rückseite" jeder Glocken steht das Finnenschild der Eifeler Glockengießerei Mark in Brockscheid.

Nun sind die Glocken da und wir können sie beim Gemeindefest zum erstenmal sehen und hören.

Danach werden die Glocken im Turm montiert und werden uns in Zukunft zum Gebet und zum Gottesdienst rufen und die Ehre Gottes verkünden, hörbar für alle Menschen.

Christian Schucht, Pfarrer

Neues Profil für den Kirchenbau

Die Glocken sind da, Anlass genug, einmal zurückzuschauen wie es anfing. Ausschlaggebend war die Überlegung, den vielen neuen Bewohnern des dritten Pfarrbezirks die Orientierung zum Markuszentrum zu erleichtem. Die mittlerweile fast ganz zwischen Hecken und Bäumen verborgene Kirche sollte durch die Verlegung des Eingangs von der Tilmann-Riemenschneider-Straße zur Matthias-Grünewald-Straße aus ihrer Dornröschen-Idylle herausgeholt werden und gleich auch einen zwölf Meter hohen Doppelturm mit drei Glocken bekommen.

Die Umbaumaßnahmen waren mit 700 000 Mark veranschlagt. Die Finanzierung der Glocken in Höhe von 80 000 Mark sollte auf Beschluss des Presbyteriums ausschließlich über private Spenden erfolgen. Deshalb wurde am 13. Juni 2000 ein "Förderverein Markuszentrum der Evangelischen Johannes-Kirchengemeinde Bad Kreuznach" gebildet, mit dem Zweck, "das Markuszentrum in Absprache mit dem Presbyterium im weitesten Sinne zu fördern, insbesondere das Geläut zu finanzieren."

Dafür erhebt er Beiträge und sammelt Spenden." Neben dem Pfarrstelleninhaber des 3. Pfarrbezirks, damals Pfarrer Dittmar Schütt, wurden folgende Vorstandsmitglieder gewählt: Vorsitzender Jürgen Pankatz, Stellvertreter Horst Pfeifer, Schatzmeister Armin Marquardt, Schriftführerin Angelika Werner und die vier Beisitzer Johannes-Heinrich Spieß Dr. Herbert Drumm, Roland Kräbs und Albert Partenheimer.Herr Kräbs ist wegen Umzug ausgeschieden und Herr Pelar hat seinen Platz eingenommen.

Architekt Albert Partenheimer, dessen Nachfolgefirma Gebhard und Wiechert mit dem Bau beauftragt wurde, bezeichnete den neuen Zugang an der Matthias-Grünewald-Straße, der durch den Glockenturm hindurch ins Innere des Gemeindezentrums führt, als wichtigsten Teil der Baumaßnahme. Der Förderverein begann umgehend mit der Werbung von Mitgliedern (Mitgliedsbeitrag 60 Mark) und versuchte, Sponsoren zu gewinnen. Vorstand und Mitglieder besuchten danach die Glockengießerei Mabilon in Saarburg, um sich über die Art der Glocken und ihren GUSS zu informieren. Es folgten weitere Aktivitäten. Unter anderem "sammelte" der Vorstand Glockentöne, und zwar durch Tonbandaufnahmen bei verschiedenen Gemeinden. Auf diese Weise sollten verschiedene Dreiklänge den Mitgliedern zur Beurteilung vorgespielt werden.

Mit zwei Spaten den Umbau gestartet

Mit einem Doppel-Spatenstich wurde am Sonntag, 11. November 2001 der Umbau des Markuszentrums und der Neubau des Glockenturms begonnen. Symbolisch für die enge Verbundenheit von Jugend und Alter in der Gemeinde vollzogen den Spatenstich die jüngste Presbyterin, Helena Meier, und eines der ältesten Mitglieder des Seniorenkreises, Otto Morck. Das Markuszentrum habe zwar längst seinen festen Platz in der Gemeinde gefunden, als Gebäude wirke es aber wenig einladend, da es nur über den Innenhof zu erreichen und von außen nicht zu erkennen sei, begründete der damalige Vorsitzende des Presbyteriums, Pfarrer Dr. Claus Clausen, die Notwendigkeit der Baumaßnahme.

Hinzu komme die hohe Bevölkerungsdichte mit vielen Jugendlichen und Aussiedlerfamilien sowie das Wachstum des Wohngebiets in Richtung Bosenheim. Fördervereinsvorsitzender Jürgen Pankatz wies daraufhin, dass es bereits 30 Fördervereinsmitglieder und noch viel mehr Sympathisanten gebe.

Zu den zahlreichen Zuschauem, die sich eingefunden hatten, gehörte auch Pfarrer Dittmar Schütt, der frühere Seelsorger des 3. Pfarrbezirks, dessen Initiative das Bauprojekt nicht unwesentlich vorangetrieben hatte.

Hoffnungen und Aussichten für Ostern

Am 9. Januar 2003 lud der neue Pfarrstelleninhaber des 3. Pfarrbezirks, Pfarrer Christian Schucht, gemeinsam mit dem Fördervereinsvorsitzenden Jürgen Pankatz zu einem Pressetermin ein. Gesprochen wurde von der Hoffnung, zu Ostern durch ein neues Eingansportal in das erweiterte Markuszentrum einziehen zu können. Zu diesem Zeitpunkt hatte der aus 30 Mitgliedern bestehende Förderverein etwa 13 600 Euro aus Beiträgen und Spenden auf die hohe Kante gelegt. Noch etwa 2 500 Euro seien erforderlich, um die kleinste der drei Glocken samt Läutewerk anzuschaffen, hieß es. Es wurde damit gerechnet, dass nach der Montage der Turmhaube zu Ostern die Kirche durch den neuen Eingang betreten werden könne. Die Einweihung des fertiggestellten Markuszentrums mit einem Gemeindefest war für Juli geplant.

Zu dieser Zeit sah sich die Gemeinde nach einer neuen Glockengießerei um, da die zunächst ausgewählte Firma Mabilon in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten war.

Der Glockensachverständige der Landeskirche hatte der Gemeinde die Tonalität der drei neuen Glocken vorgegeben. Danach musste der Dreiklang nicht nur in sich harmonisch sein, sondern mit dem auf die Töne c, es und f abgestimmten Akkord auch mit den Klängen aus der benachbarten katholischen Franziskusgemeinde korrespondieren, die auf den Tönen f, as und b basieren.

Die "Geburt" der Glocken miterlebt

Am 24. August 2003 nahmen rund 30 Mitglieder auf Einladung des Presbyteriums und des Fördervereins die Gelegenheit wahr, den Guss der Glocken hautnah zu erleben.

Dazu reiste die Gruppe ins Eifeldörfchen Brockscheid, wo die Eifeler Glockengießerei Hans August Mark die Vorbereitungen für einen ereignisreichen Tag getroffen hatte. Die Formen für achtzehn Glocken standen bereit, und im Ofen brodelten 7,5 Tonnen 1100 Grad heiße, flüssige Bronze, die in weniger als einer Stunde auf sämtliche Objekte verteilt werden sollten, gelenkt über Kanäle und Einflussöffnungen sozusagen in einem Guss.

Glockengüsse finden nur vier bis fünf Mal im Jahr statt. Die Vorarbeiten zur Herstellung der Glockenformen sind zeitaufwendig. In zahlreichen Arbeitsgängen wird aus der Glockenrippe einer Schablone, auf dem der Glockengießer das Profil der späteren Glocke nach mittelalterlicher Handwerkstradition berechnet und aufzeichnet - eine Form aus Lehm, Pferdemist und Rinderhaaren erstellt. Aus diesem Profil ergeben sich nicht nur Größe und Gewicht, sondern auch der exakte Ton der Glocke. Für diese Qualität zeichnet der Glockengießer verantwortlich. Im Familienuntemehmen Mark, das seine Tätigkeit auf das Jahr 1620 zurück verfolgen kann, trägt eine Glockengießermeisterin die Verantwortung: Cornelia Mark-Maas (42).

Die Chefin ist mit Glocken groß geworden wie andere Kinder mit Pferden auf dem Bauernhof, hat 1978 ihre Lehre begonnen und dann vor der Handwerkskammer in Trier ihre Meisterprüfung abgelegt. Ihr Familienuntemehmen gießt nicht nur Kirchenglocken, sondern fertigt auch Glockenstühle, Turmaufstiege, elektrische Läuteanlagen und Turmuhren, betreibt daneben Wartungsarbeiten in Glocken-, Läute- und Turmuhranlagen.

Beim Guss von Glocken geht's auch heute noch zu wie in Schillers Ballade. Im Grunde ist Schillers Gedicht von der Glocke eine noch heute gültige Gebrauchsanleitung. Der schweißtreibende Fertigungsprozess wird begleitet von stiebenden Funken in den gemauerten Flussrinnen und dem Zischen der brennenden Gase aus den Windpfeifen oberhalb der Glockenformen. Wegen der thermischen Abstufung wurden die Gießkanäle zuerst mit Brennelementen erwärmt und danach von den Asche-Rückständen gereinigt.

Auch der Segen kommt, wie bei Schiller nachzulesen, "von oben". Es ist guter alter Brauch, dass an den Glockengusstagen die anwesenden Geistlichen ebenso wie die Glockengießermeisterin um Gottes Hilfe bei dem von vielen Unwägbarkeiten bedrohten Betriebsablaufbitten. "Ich hab' da immer ein bisschen Zittern im Bauch", gestand die in ihre silberglänzende Schutzkleidung vermummte Herrin des Gießprozesses.

Für Bad Kreuznach lenkte sie diesmal 850 Kilogramm flüssige Bronze in die vorgesehenen Gießöffnungen.

In den folgenden Wochen nach dem Erkalten der Formen wird sie und ihr Team durch Schleifen des Metalls die vorgeschriebene Tonlage im Detail sicherstellen. Erst wenn der Glockensachverständige den Dreiklang als korrekt "abgenommen" hat, ist die Betriebsbereitschaft der drei Glocken gewährleistet. In der Markuskirche wird die größte mit 390 Kilogramm auf den Ton b, die zweitgrößte mit 280 Kilogramm auf c und die kleinste mit 170 Kilogramm auf es gestimmt sein. Der Dreiklang muss eine Harmonie mit den Glockentönen aus der benachbarten katholischen Pfarrgemeinde St. Franziskus bilden, wie man es vorher in Gesprächen vereinbart hatte. Der Kaufpreis der Glocken in Höhe von 34 000 Euro wurde komplett aus Spenden aufgebracht, wobei die noch fehlenden 17.000 Euro durch ein Privatdarlehen vorfinanziert werden konnten. Eine Tafel im Turmbereich wird nun daran erinnern, dass der Kaufpreis für die Glocken vom Förderverein Markuszentrum aufgebracht wurde.

Fred Lex

Ich danke Herrn Fred Lex und Familie Pankatz für die freundliche Unterstützung und Mitarbeit.

Durch die Mithilfe im Verein, durch Beiträge und Spenden konnten wir bis heute schon 5.500,00 Euro an unseren freundlichen Kreditgeber zurück zahlen.

Allen sei hiermit mein persöhnlicher Dank ausgesprochen mit der Bitte verbunden auch weiterhin mitzuhelfen damit wir der Verpflichtung unserem Darlehnsgeber gegenüber nachkommen können.

Armin Marquardt


Glockenguss bei Mabilon in Saarburg

Um sich mit der Aufgabenstellung "Glocken für Markus" vertraut zu machen organisierten wir eine Gruppenfahrt in die Glockengießerei nach Saarburg zur Firma Mabilon. Am Bad Kreuznacher Bahnhof ging es los und nach einer schönen Zugfahrt mit Umsteigen in Saarbrücken gings ins schöne Saarburg. Da wir frühzeitig dort ankamen und es auch Mittagszeit war, zog es uns in die Innenstadt. Nach einem ausgiebigen Mal machten wir uns auf den Weg zur Glockengießerei in der wir auch herzlich empfangen wurden. An diesem Nachmittag sollten Glocken für eine andere Kirchengemeinde gegossen werden. Wir konnten uns bei den Vorbereitungen für den Glockenguss schon mal mit den Gegebenheiten bekannt machen. Das Ehepaar Mabilon erklärten uns alles ausführlich und schon kurz darauf begann der Glockenguss. Die Führung nach dem Guss durch die Glockengießerei die sehr lehrreich und informativ war, ging es wieder zum Bahnhof und Richtung Heimat.

Leider kam es später nicht mehr zum Guss unserer Glocken, was viele aus unserer Gruppe bedauerten.

Haste Töne

Nach dem Ausflug in die Glockengießerei mußte auch die Frage nach dem Klang der Glocken geklärt werden. Doch wie kann man sich einen Klang vorstellen von dem man nur weiß das er höher oder tiefer als der Ton Nachbarglocken sein darf um Misstöne beim gemeinsamen Läuten zu vermeiden. Aber auch dafür fanden wir eine Lösung. Der Vorsitzende machte sich kundig nach Gemeinden die Glocken mit diesen Tönen hatte und wir uns mit einem Tonband bewaffnet auf diese zu besuchen. Wenn da nur nicht Orte mit gleichem Namen wären, aber das ist einen andere Geschichte. In einer evangelischen Gemeinde in B. machten wir als erstes Station. Der dortige Pfarrer half uns bereitwillig bei unserer Mission und lud uns zu Kaffe, Tee und Keksen ein. aber auch unsere Aufgabe vergassen wir nicht. Mit reichlich aufgenommenen Glockentönen ging die Fahrt zur nächsten Glockentonstudie, Mit Rast in Herrstein und einer Mittagspause in einem Restaurant auf der Strecke. Diesmal in eine Katholische Pfarrei. Doch dort stellte sich heraus das eine Glockenanlage defekt war und wir nur die Hälfte des Läutewerks auf Tonträger bannen konnten. Der freundliche Küster teilte uns später mit als das Geläut wieder in Ordnung war und eine kleine Gruppe fuhr nochmals zu Aufnahmen dort hin, um bei der Mitgliederversammlung komplette Aufnahmen zu haben.

Rheinfahrt

Auf Wunsch von vielen Mitgliedern organisierte Herr Pankatz für Mitglieder und interessierte Gemeindeglieder die auch zu allen anderen Aktivitäten herzlich eingeladen sind, eine romantische Rheinfahrt am Mäuseturm vorbei zur Burg Rheinstein. Am 50kt. 03.trafen wir uns um 11.25 Uhr am Kreuznacher Bahnhof, von dort ging es mit dem Zug nach Bingerbrück. Nach einem kurzen Fußweg machten wir in Bingen am Rheinufer Rast. Anschließend stand die Besichtigung im historischen Museum am Strom unter dem Titel "Leben und Wirken der Hildegard von Bingen". Danach ging es mit dem Rheinschiff in Richtung Koblenz an der Ruine Ehrenfels vorbei bis zur Anlegestelle Rheinstein, weiter. Nach der Besichtigung der Burganlage fuhren wir mit dem Schiff wieder zurück nach Bingen. Nach einer abschließenden Kaffeepause ging es per Zug nach Hause.

Wanderung

Bei der Mitgliederversammlung wurde der Wunsch nach einer weiteren Aktivität geäußert. Somit stand diesmal eine Wanderung von Hüffelsheim nach Ebernburg auf dem Programm. Bei schönem Wetter gings vom Kreuznacher Busbahnhof mit dem Bus der ORN nach Hüffelsheim und von dort zu Fuß und Hund "Tobi" durch die Weinberge mit Blick auf das Kraftwerk in Niederhausen nach Norheim. Dort machten wir Rast und hatten einen wunderbaren Blick auf den Rotenfels. Über die alte Bahntrasse gings nach Ebernburg wo wir zu einem kleinen Imbiss einkehrten. Anschließend wir dem Linienbus wieder zurück nach Bad Kreuznach.

Weiterer Aktivitäten werden folgen!