Entwurf
Gemeindekonzeption

 

für die Ev. Johannes-Kirchengemeinde
in Bad Kreuznach

 

Stand 03.11.2010

 

 

Vorwort:

Eine erste Gemeindekonzeption wurde von einer Arbeitsgruppe im August 2001 vorgelegt. Damals war unsere Gemeindekonzeption eine der ersten im Kirchen­kreis An Nahe und Glan. Inzwischen sind einige Jahre vergangen und es ist von Entwicklungen und Veränderungen zu berichten.

Was sich nicht geändert hat, ist das Wort Jesu, das der Johanneskirche in ihrem Grundstein mitgegeben wurde: „Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Joh. 15, 5)

In ihrem Selbstverständnis hat sich die Johannes-Kirchengemeinde immer als „offene Gemeinde“ verstanden. Mit ihren vielfältigen unterschiedlichen An­geboten in den beiden Gemeindezentren an der Lessingstraße und an der Matthias-Grünewald-Straße hat sie umzusetzen versucht, was der Evangelist Johannes an anderer Stelle (14, 2) formuliert: „In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen“.

Bei der jetzigen Neufassung der Gemeindekonzeption haben wir das 1991 von der Abteilung für Mission und Evangelisation in Bossey (Weltkirchenrat) für die Konferenz Europäischer Kirchen erarbeitete und beschlossene Konzept der Ökumenischen Gemeindeerneuerung zugrunde gelegt. Es kennt drei Ebenen der Gemeindeerneuerung, die unsere Neufassung gliedern:

  • die spirituelle Erneuerung der Gemeinde
  • die diakonische Erneuerung der Gemeinde
  • die prophetische Erneuerung der Gemeinde

Das Herunterbrechen dieses Ansatzes auf unsere Gemeindewirklichkeit macht deutlich: Wir verstehen uns als Gemeinde auf dem Weg, die von der Kraft der Auferstehung Jesu Christi lebt und von daher einen ständigen Erneuerungs­prozess (ecclesia semper reformanda) anstrebt.

Im zurückliegenden Zeitraum seit der Formulierung der ersten Gemeindekon­zeption haben sich einige Veränderungen im Bedingungsfeld unserer Gemeinde­arbeit ergeben:

  • —Die zeitliche und kräftemäßige Beanspruchung der Menschen durch ihren Beruf, auch der SchülerInnen, z. B. durch Ganztagsschule und Reform der Schulzeit an Gymnasien, hat sich verstärkt.
  • In Folge dessen haben die Menschen weniger disponible Zeit und die Be­reitschaft, sich auf Dauer zu engagieren, nimmt ab.
  • Deshalb pflegen wir regelmäßige Veranstaltungen, um den Ehrenamt­lichen Wertschätzung zu zeigen.
  • Die wirtschaftliche Situation hat sich gesamtgesellschaftlich ver­schlechtert, die zur Verfügung stehenden Finanzmittel sind knapper ge­worden. Strukturveränderungen in Landeskirche und Kirchenkreis binden einen großen Teil unserer Ressourcen durch landeskirchliche Umlagen (ca. 40 %), wie auch durch Umlagen zur Finanzierung der Kirchenkreis­arbeit (ca. 14 %). Weil Kirche ein System ist, das von Solidarität lebt, können wir uns als eher reiche Kirchengemeinde daraus nicht verab­schieden, auch wenn es uns besonders hart trifft. Auch zukünftige neu an­gefangene Aufgaben sollten möglichst kostenneutral sein.
  • Die Einstiegsgehälter für Mitarbeitende in Kirche und Diakonie haben sich deutlich verschlechtert. Das erschwert es, qualifizierte Hauptamtliche zu finden.
  • Eine Gemeindesatzung wurde erstellt und vom Presbyterium  beschlossen.
  • Verstärkte Aufmerksamkeit wurde auf die Ausgeglichenheit zwischen den Pfarrbezirken in der Gewichtung der Gemeindearbeit und Verteilung der Ressourcen gelegt. Bei Presbyteriumswahlen gibt es eine Gesamtliste und keine Wahlen mehr nach Bezirken.
  • Durch die Beschlüsse der Kreissynode zur Abänderung der landeskirch­lichen Richtlinien zur Wiederbesetzung von Pfarrstellen vom Sommer 2009 droht der Gemeinde schon 2015 der Verlust einer halben Pfarrstelle. Die frei gewordene halbe Pfarrstelle der Paulus-Kirchengemeinde kann nicht wieder besetzt werden. Innerhalb von 10 Jahren könnte es dann eine Verminderung von acht auf vier Pfarrstellen in der Stadt Bad Kreuznach geben. Unsere Pfarrer/innen müssen schon jetzt Vertretungsdienste dort leisten.

Jetzt bei der Fortschreibung der Gemeindekonzeption geht es angesichts der ver­änderten Bedingungen für unsere Gemeindearbeit darum, Prioritäten zu setzen und zu beschließen, was es zukünftig weiter geben soll und wird und worauf wir verzichten müssen, weil wir dafür gegenwärtig keine Mittel oder Kräfte zur Ver­fügung haben.

Als Ergänzung zu dieser Gemeindekonzeption liegen noch Konzeptionen aus einzelnen Arbeitsbereichen vor (Konzeption der beiden Kindergärten, Konzeption der Kinder- und Jugendarbeit, Soziallageplan des Diakonie-Ausschusses u. a.).

Wir gliedern jeden „Erneuerungsbereich“ unserer Gemeindekonzeption in vier Abschnitte:

  1. Bewahrt werden soll auch in Zukunft...
  2. Seit der Formulierung der 1. Gemeindekonzeption sind dazugekommen...
  3. Diesen Herausforderungen müssen wir uns stellen...
  4. Das müssen wir lassen, weil wir es nicht mehr leisten können....

Die Abschnitte im Detail:

Nach der Verabschiedung dieser Neufassung der Gemeindekonzeption wird das Presbyterium jeweils in seiner November-Sitzung ein Controlling der erreichten oder nicht erreichten Ziele vornehmen.